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Virtueller Rundblick in der GALERIE AM MARKT - PETRA HERRMANN (https://peherrmann.de/ anklicken)


Galerie am Markt am Mittwoch, 23. September, 17:00 Uhr

Einladung zu einer spannenden Altenburger Zeitreise

Der Altenburger Geschichtsverein lädt für den 23. September d. J. um 17:00 Uhr zu einer Buchlesung in der Galerie am Markt (Markt 12, Eingang Marktgasse) ein. Dabei stellt der aus Altenburg stammende und in Potsdam lebende Schriftsteller Dr. Karl-Heinz Otto (die OVZ veröffentlichte auf ihrer Heimat-Seite bereits einige seiner interessanten Lebensepisoden) gemeinsam mit der in ihrer Wahlheimat Kratzschütz schaffenden bildenden Künstlerin Petra Herrmann seine autobiografischen Erzählbände Meine Kindheit im Osterland und Ikarus (beide Titel führt die Schnuphasesche BH exklusiv) vor.

Die Veranstaltung ist Teil des dankenswerterweise von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen e.V. geförderten Kulturprojektes, in dem Petra Herrmann und Karl-Heinz Otto auf die ewige, nachdenklich machende Frage WAS BLEIBT jeweils mit ihren spezifischen künstlerischen Mitteln nach Antworten suchen. Dabei bilden Petra Herrmanns kunstvolle Fotoinstallationen Ein verlassener Ort – die wir bereits in unserer Vernissage am 2. September erfolgreich eröffnen konnten – den ansprechenden Rahmen für unsere Buchlesung.

Mit seinen autobiografischen Erzählungen veröffentlicht der Autor weit mehr als eine gewöhnliche Kindheits- und Jugendbiografie. Seine durchweg spannend erinnerten Geschichten sind kunstvoll zu seinem Kindheits-Paradies verwoben, das unverwechselb-ar im Osterland – jenem geschichtsträchtigen Landstrich zwischen Ost-Thüringen und West-Sachsen – liegt und auf besondere Weise in den tragischen Strudel zwischen Weltkrieg und hoffnungsvoller Zeitenwende hineingezogen wurde. Der Autor führt seine Leser in eine Kindheit zwischen Bombenkeller und sorgenfreier Gymnasialzeit eines unterprivilegierten – heute sagt man gern bildungsfernen –Halbwaisen im Landschulheim des Windischleubaer Münchhausenschlosses, wobei er selbstbewusst darauf besteht, die Deutungshoheit über seine DDR-sozialisierte Biografie nicht aus der Hand zu geben.

Im Ikarus spannt Karl-Heinz Otto seinen ereignisreichen Lebensbogen bis in unsere Gegenwart. So werden seine Lebensschnipsel, wie er seine Erinnerungen selbst nennt, zu umfassenden Zeitzeugenberichten über ein ganzes Jahrhundert, das ihm recht unterschiedliche Ismen – den Faschismus, den realen Sozialismus und den realen Kapitalismus – zumutete. Der Autor bleibt jedoch niemals bei seiner berührenden und oftmals tragischen Familiensaga stehen. Er verbindet seine persönlichen Erlebnisse, seine kleine Altenburger und spätere Potsdamer Welt, mit dem großen tosenden Weltgeschehen. So entführt er, um nur ein Beispiel zu nennen, seine Leser in die kasachische Steppe zu Kamele züchtenden muslimischen Nomaden und zu blühenden Steppen-Dörfern der durch Stalin verbannten Wolgadeutschen. Insgesamt legt Karl-Heinz Otto zu Herzen gehende, emotionale und zugleich mutige Erlebnisberichte vor, in denen er sich nicht scheut, unabhängig von der jeweiligen Gesellschaftsformation die ambivalenten Seiten zwischen Schönem und Hässlichem, zwischen Gelungenem und Missglücktem in der Erinnerung aufleuchten zu lassen und zum Nach-denken anzuregen.

Insbesondere Altenburger Heimatfreunde, Kultur- und Geschichtsinteressierte werden den Besuch der Buchvorstellung mit anschließender Diskussion nicht bereuen.

Wolfgang Böhm / 1. Vorsitzender des AGV


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