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WANDBILD IN NOBITZ RETTEN !


GEWECKTE ERINNERUNGEN ABER AUCH WEHMUT

Schon, seit die Pläne eines Um- und Neubaus der Nobitzer Grundschule in der Praxis Gestalt annahmen, stand es ja eigentlich fest. Doch spätestens mit dem Beitrag in der OVZ vom 26. Januar 2021 über den Stand der Bauarbeiten an der Schule und dem konkret genannten Termin des Abrisses des ehemaligen Schulgebäudes 2, auch bekannt unter dem Begriff „Mittelbau“, kamen für mich greifbar gewordene Erinnerungen auf. Denn mit dem Abriss verschwindet ein bis in die heutigen Tage, nicht nur das Schulgelände, sondern auch den Ort Nobitz, prägendes Kunstwerk. Es war ein Beispiel dafür, dass Kunst am Bau nicht nur in größeren Städten oder in Großstädten stattfand. Am 7. Oktober 1980 wurde das in Putz gekratzte Wandbild feierlich enthüllt. An diesem Tag erfolgte auch, in Anwesenheit der Witwe von Werner Lamberz, Ingrid Lamberz, die offizielle Verleihung des Ehrennamens „Werner Lamberz“ an die damalige POS Nobitz.

Ich war damals stellvertretender Direktor für außerunterrichtliche Tätigkeit an der Schule. Wenn man so intensiv in die damaligen Ereignisse eingebunden war wie ich, kommt heute natürlich auch Wehmut auf, denn diese Kunst am Bau wird nun für immer verschwinden.

Nach meiner abgeleisteten Wehrpflicht in der NVA wurde ich an die POS Nobitz versetzt. Im Mai 1974 begann mein Lehrerdasein als Diplomfachlehrer für Polytechnik in Nobitz. Zu diesem Zeitpunkt war der „Mittelbau“, offiziell das Gebäude 2, noch im ursprünglichen Zustand, wie er als „Nobitzer Schule“ entstand. Doch es gab Pläne der Modernisierung und einiger Umbaumaßnahmen. Das Treppenhaus wurde erneuert, die Raumstruktur teilweise verändert und die Fachunterrichtsräume für Physik und Chemie den Anforderungen modernen Unterrichts entsprechend ausgestattet. Toiletten sollten eingebaut werden, die sich zu dieser Zeit noch in einem separaten Gebäude auf dem Schulgelände befanden. Moderne große Fenster, die die Klassenräume hell und freundlich machten, waren vorgesehen. In diesem Zusammenhang sollte die Schule auch einen Namen erhalten. Zunächst wurde ein solcher gesucht, der nach Möglichkeit einen regionalen Bezug hatte. Dieser wurde in einem Wehrmachtsangehörigen, W. Kluge, Dienstgrad Gefreiter, der auf dem benachbarten Flugplatz seinen Kriegsdienst leistete, gefunden. Nach Schilderungen seiner Mutter hatte er sowjetische Kriegsgefangene mit Lebensmitteln versorgt, gemeinsam mit ihnen Sabotageakte geplant und bei der Ausführung unterstützt. Er kam vor ein Kriegsgericht, wurde verurteilt und erschossen. Postum bekam er von der Sowjetunion eine Auszeichnung und wurde als Widerstandskämpfer geführt. Bei den genaueren Nachforschungen durch Schüler der AG „Junge Historiker“, geleitet vom Geschichtslehrer W. Böhm, kam allerdings zu Tage, dass es Lücken im Lebenslauf gab und einige Schilderungen der Mutter nicht den Tatsachen entsprachen. So wurde dieses Vorhaben verworfen. Mein Vorschlag war, die Schule nach dem sowjetischen Kosmonauten Alexej Leonow zu benennen. Er diente als Pilot der Sowjetarmee auf dem Flugplatz Nobitz. Während seines DDR-Besuchs 1965 gab es auch einen Abstecher nach Altenburg und auf den Flugplatz Nobitz. Damit wäre wieder der örtliche Bezug gegeben. Zwar gab es die Möglichkeit, Namen lebender Persönlichkeiten zu vergeben, doch das Genehmigungsverfahren durch die sowjetischen Behörden wäre zu zeitaufwendig und eine Kontaktaufnahme, wenn überhaupt, nur sehr schwer möglich.

Am 6. März 1978 kam es zu einem Hubschrauberunglück in Libyen, bei dem alle Insassen ums Leben kamen, darunter auch der Leiter der DDR-Delegation Werner Lamberz. Die Direktorin Frau Gudrun Jentzsch machte sofort den Vorschlag, um den Ehrennamen „Werner Lamberz“ zu kämpfen. Sie nahm zeitnah mit der Witwe Ingrid Lamberz Kontakt auf und bat um die Genehmigung dafür. Als diese vorlag, stimmte auch der Kreisschulrat und die SED-Kreisleitung zu. Die Arbeitsgemeinschaft „Junge Historiker“ begann mit der „Erforschung“ von Leben und Wirken Werner Lamberz. Parallel dazu entstand bis 1986 eine Dokumentation über Werner Lamberz, die noch heute im Sächsischen Staatsarchiv in Leipzig nachlesbar ist.

Inzwischen näherte sich die Sanierung des Gebäudes 2 ihrem Ende und es stand nur noch der neue Außenputz an. Also galt es zu überlegen wie nunmehr der Name auf die große, inzwischen fensterlose, bis auf zwei unterm Dach, freie Giebelseite gebracht werden kann. Denn nur diese kam eigentlich in Betracht, um den Namen auch von der Straße her sofort zu erkennen. Schnell wurde klar, dass nur der Namenszug verloren wirkte. So kam die Idee die Fläche künstlerisch zu gestalten. Bei der Suche nach einem Künstler kamen wir auf den Altenburger Heinz Olbrich. Dieser hatte bereits einiges an „Kunst im Bau“ in öffentlichen Einrichtungen wie Kindereinrichtungen in Altenburg-Nord geschaffen. Die Gelder dafür waren bei der Planung schon immer mit eingerechnet. Wir trafen uns in seinem Atelier in der Altenburger Sporenstraße und brachten unser Anliegen vor. Ehe er eine Zusage gab, kam er nach Nobitz, um sich die Situation vor Ort zu betrachten. Er versprach einige Entwürfe zu fertigen, um diese uns vorzulegen. Der, der späteren Fassung sehr nahekommende, gefiel uns am besten. Uns fehlte eigentlich nur noch irgendein Bezug auf den Begriff „Polytechnische“ Oberschule. Der von uns ausgewählte Entwurf wurde von Heinz Olbrich noch einmal überarbeitet und bekam die endgültige Zustimmung. Mit dem Verputzen des Gebäudes konnte auch mit der Umsetzung begonnen werden. Heinz Olbrich hatte die Bilder einzeln in der Originalgröße gefertigt, diese dann auf die gerade frisch geputzte Fläche übertragen und so entsprechend ausgekratzt. Bis das Wandbild dann endlich fertig im Putz war, verging natürlich einige an Zeit. Zum Schluss wurde es dann noch eingefärbt. Bis zur feierlichen Namensgebung am 7. Oktober 1980 blieb das Kunstwerk natürlich verhüllt.

Bis heute bin ich den Verantwortlichen in der Gemeinde Nobitz und der damaligen Schulleitung dankbar und froh darüber, dass nach 1990 nur der Text „POS Werner Lamberz“ überputzt wurde und nicht wie vielerorts das gesamte Kunstwerk aus „DDR-Zeit“ verschwand. Nun ist verständlicherweise das endgültige Aus besiegelt. Allerdings gibt es Überlegungen, wie eine Erinnerung daran erhalten werden kann. Bürger aus dem Altenburger Land, der AGV und der Bürgermeister der Gemeinde Nobitz, Hendrik Läbe (übrigens ein ehemaliger Schüler von mir) initiierten Rettungsmaßnahmen. So konnte auch der Künstler Matthias Olbrich, der Sohn von Heinz Olbrich, hierfür gewonnen werden. Er zeigte sich sehr interessiert, das Erbe seines Vaters zu bewahren. Schon arbeitet er an einer Kopie im verkleinerten Maßstab. Zur Verwirklichung des Projektes sind allerdings Spenden erforderlich. Erfreulich wäre, wenn sich jetzt mehrere Sponsoren finden würden. Vielleicht gibt es auch einige ehemaligen Schüler und Kollegen, die bereit wären, etwas zu spenden. Ich unterstütze, ganz persönlich, einen entsprechenden Spendenaufruf. Einen Ort zur Präsentation des neu geschaffenen Abbildes lässt sich mit Hilfe des Bürgermeisters und seiner Gemeinde, sicher auch finden. Da bin ich optimistisch und die Wehmut wird dann auch sehr schnell vergehen.

Heinz-Dieter Plötner, 2. Vorsitzender AGV  

BISHER HABEN GESPENDET:

Name

Vorname



Boerngen

Klaus

Grille

Bernd

Dütsch

Gerd

Urban

Gerhard

Oblentz

Gisela

Juhnke

Birgit

Ackermann

Ute

Nündel

Thomas / Sandra

Wagner

Peter / Maja

Förderverein der Grundschule Nobitz e.V.


Reuter

Dr. Andreas / Dipl. Med. Eva

Graichen

Uwe / Brigitte


Rettungsaktion für Nobitzer Schul-Wandbild

Altenburger Geschichtsverein und Gemeinde wollen DDR-Kunstwerk als Replikat bewahren

Von Dana Weber


Sie wollen das Wandbild im Hintergrund retten: Hendrik Läbe, Wolfgang Böhm, Matthias Olbrich und Heinz-Dieter Plötner (v. l.).Foto: Mario Jahn

Nobitz. Das Wandbild am Haus 2 der Nobitzer Grundschule soll gerettet werden. Der Altenburger Geschichtsverein möchte die Darstellungen aus dem Schulalltag der DDR für die Nachwelt erhalten. Ausschlaggebend war ein Zeitungsbericht der OVZ zum geplanten Abriss des Gebäudes nach Ende des Schulneubaues. „Das Relief ist Kunst der DDR und sollte Würdigung erfahren“, meint der 1. Vereinsvorsitzende Wolfgang Böhm. Er ist Initiator der Rettungsaktion, die mit Spendengeldern ein Replikat des sechs Meter großen Bildes im Maßstab von 1:3 ermöglichen möchte.

Mit dem Altenburger Keramiker und Stuckateur Matthias Olbrich wurde bereits der Richtige für die Realisierung dieser Aufgabe gefunden. Er ist der Sohn des Malers und Grafikers Heinz Olbrich, der das Wandbild 1980 anlässlich der Namensverleihung „Werner Lamberz“ für die Nobitzer Schule anfertigte. „Ich war damals als 20-Jähriger an der Ausführung beteiligt und habe meinem Vater dabei geholfen, die Figuren mit dem Pinselstiel in farbigen Putz zu schneiden“, erinnert sich der heute 60-Jährige. Nur an die Gesichter habe ihn der Vater nicht herangelassen. „Mein alter Herr war da immer obergründlich.“

Das Replikat von Matthias Olbrich wird aus drei Tafeln bestehen und im Ganzen zwei Mal zwei Meter messen. Auf grundierten Sperrholzplatten will er das Relief in Eitempera-Technik wieder zum Leben erwecken. „Ich mache das im Andenken an meinen alten Herrn. Es muss wieder Vaters Handschrift haben.“ Vor allem den schnittigen Charakter des Originales will Olbrich erhalten. Kolorieren werde er nicht. Es soll ja typisch nach DDR aussehen.

Im Flur von Haus 1 könnte das Wandbild künftig seinen Platz finden. Laut Bürgermeister Hendrik Läbe (SPD) möchte die Gemeinde das Gebäude nach Abschluss des Schulneubaues erwerben. Hier sollen Gemeindebibliothek und eine Begegnungsstätte ihre Räumlichkeiten erhalten. „Unser Ziel ist es, dass wir das neu entstehende Kunstwerk als Relikt der DDR-Zeit ortsnah präsentieren.“ Hendrik Läbe ist ein erklärter Fan des Reliefs: „Das Bild finde ich genial. Da ist unser praktischer Unterricht dargestellt. Das ist heimatgeschichtlich wertvoll.“

2500 Euro werden gebraucht, um das Nobitzer Bild retten zu können. Der Altenburger Geschichtsverein ruft daher zur Spendenaktion auf und hofft auf eine rege Beteiligung. Spenden sind unter dem Verwendungszweck „Wandbild Grundschule Nobitz“ auf folgendes Konto möglich:

Sparkasse Altenburger Land

IBAN:

DE39 8305 0200 1200 0132 51

BIC: HELADEF1ALT



2020

AKTUELL ZUR WEIHNACHTSZEIT

Und es gibt ihn doch, den Weihnachtsmann!


Seine äußere Erscheinung verdankt der "Weihnachtsmann" dem Maler "Moritz von Schwind" (1804 bis 1871), der ca. 1854 für den "Münchener Bilderbogen" einen "Herr Winter" zeichnete, der dann später als "Weihnachtsmann" seine Reise um die Welt antrat.


Vorbild für das Aussehen des heutigen Weihnachtsmannes ist diese Skizze und sind diese Grafiken des Romantikers Moritz von Schwind in den"Fliegenden Blättern" bzw. dem "Münchner Bilderbogen" mit der Figur des "Herr Winter".            oben: Und so präsentiert sich der Weihnachtsmann 2020 im Internet.


Mitteilung zur EXKURSION DES ALTENBURGER GESCHICHTSVEREIN: (klicken Sie hier):

 

Mitteilung: (klicken Sie hier)

PETRA HERRMANN

Was bleibt...

> Ein verlassener Ort <

Fotoinstallation

> Kokons <

Arbeiten auf Papier


Mitteilung:  Zum Tag des Offenen Denkmals

1. Sollte diese Veranstaltung in diesem Jahr stattfinden, dann wird sie wieder am Sonnabend, 12.09.2020, vor dem offiziellen TAG DES DENKMALS stattfinden. Interessierte möchten sich bitte anmelden, da nur eine begrenzte Anzahl der Teilnehmer zugelassen werden. Dies kann im INFODOK in der Marktgasse, oder auch unter 0160 94788705, oder per Mail altenburgergeschichtsverein@t-online.de geschehen.

2.      Entdecken, was uns verbindet - Ein altes Haus erzählt am 13.09.2018, von 14:00 bis 17:00 Uhr. Führungen in kleinen Gruppen, Markt 12 (Der Eingang ist in der Marktgasse!) durch die Räume des INFODOK vom Altenburger Geschichtsverein (inkl. Höhler). Die Führungen gestaltet Frank Stalive (AGV).

3. Zum TAG DES DENKMALS am 13.09.2020 wird es auch in Meuselwitz  einen RUNDGANG ÜBER DAS GELÄNDE DER EHEMALIGEN HASAG geben.  Treffpunkt: Um 10:00 Uhr an der Ecke Weinbergstraße / Nordstraße. Die Führung gestaltet Frank Stalive (AGV) aus Meuselwitz. (Ende: ca. 12:00 Uhr). Anmeldungen auch über: 0151 56566474.

                  Wir hoffen auf Ihr Kommen und freuen uns auf Ihr Interesse.

MITTEILUNG

ZUM TAG DES OFFENEN DENKMALS AM 13.09.2020 präsentieren sich die neuen Vitrinen im INFODOK. Alle Besucher, die Zeitzeugnisse zur Ausstellung beisteuern möchten (auch als Leihgabe), sind herzlich willkommen. In den nächsten Monaten möchte der AGV eine neue repräsentative DAUERAUSSTELLUNG zur Darstellung der Geschichte des 20./21. Jahrhunderts im Altenburger Land aufbauen.

Unser Dank gilt den fleißigen Helfern, die diese Vitrinen transportiert und aufgebaut hatten.

Dank auch der Altenburger Schloßverwaltung für die großzügige Spende.




MITTEILUNG:

DAS IST SEIT DEM 27. FEBRUAR 2020 UNSER NEUER VORSTAND HIER KLICKEN

 

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