AUSSTELLUNGEN
VERANSTALTUNGEN REISEN GESCHICHTE   MENSCHEN ALTENBURG

KUNST IM ALTENBURGER LAND




KUNST IN DER

DEUTSCHEN DEMOKRATISCHEN REPUBLIK

1949 - 1990


HEINZ OLBRICH

10.01.1914 in Carlsfeld (Erzgebirge) geboren

1933-1935 studiert an der Akademie für grafische Künste und Buchgewerbe Leipzig bei H. Soltmann, H. Schulze und A. Kolb,

1933 Studienreise nach Ungarn

1937-1939 absolviert die Vereinigte Staatsschule für Bildende Kunst Berlin, Malerei/Grafik bei M. Klewer, K. Wehlte, W. Tank und K. Michel

1938 Studienreise nach Oberitalien

1941 erhält Ehrenmedaille der Hochschule Berlin

bis 1949 in russischer Kriegsgefangenschaft

1949 kehrt in seine Wahlheimat Altenburg zurück und ist künstlerisch tätig als Maler und Grafiker

1951 tritt dem Verband Bildender Künstler bei (Mitglied bis 2009)

1953-1969 Lehrtätigkeit am Institut für Kunsterziehung der Universität Leipzig im Fach künstlerische Praxis

1961-1962/ Studienreisen nach Bulgarien

1976-1978 18.04.2009 in Altenburg gestorben

Arbeitsgebiete Landschaften und Figürliches in Gouache und freier Grafik (Radierung, Algrafie, Lithografie und Siebdruck), Wandmalerei (Secco, Kalk, Kasein), Metallätzung, Kopien in Öl und Mischtechník; postimpressionistische, strukturbetonte Darstellungen, im bauge- bundenen Bereich besonders dekorativ

Werkstandorte Wandbilder:

Altenburg - ehemaliges Institut für Lehrerbildung (zusammen mit E. Müller-Gräfe). Kindereinrichtung Lerchenberg und Altenburg-Nord Ill; Kriebitzsch - Kindergarten; Lucka - Trausaal; Meuselwitz - Kulturhaus;


Nobitz - Polytechnische Oberschule; Posa - Landschule; Reichenbach - Rathaus; Malerei / Zeichnungen: Altenburg - Lindenau-Museum; Berlin - Deutsches Historische Museum; Burg Posterstein


Einzelausstellungen

1960 und 1966 Leipzig, Kunsthandlung Engewald

1973 Altenburg, Lindenau-Museum

1977 Burg Gnandstein

1978 Magdeburg, Kulturhistorisches Museum

1979 Altenburg, Lindenau-Museum

1979 Meuselwitz, Galerie

1993 Posterstein, Galerie in der Burg

1994 Markleeberg

2004 Altenburg, Lindenau-Museum

2008 Leipzig

14.06. – 19.10.2014 – Sonderausstellung „Heinz Olbrich – Stempeldrucke für Kinder“

Anlässlich des 100. Geburtstags des Altenburger Malers und Graphikers Heinz Olbrich (1914 – 2009) präsentiert das Naturkundliche Museum Mauritianum die Sonderausstellung: Heinz Olbrich – Stempeldrucke für Kinder - Monotypien aus der Tierwelt. Veröffentlicht am 20. Mai 2014 von admin

01. März - 31.03.2021 Spendenaktion zur Rettung des Wandbildes an der Giebelwand des Hauses 2 der Grundschule in Nobitz.

Fotodokumentation GS Nobitz, Wandbild Haus 2, von Mario Walter

Rettung eines Kunstwerkes durch den Geschichtsverein?

Als am 26. Januar 2021 Gerhard Stenzel, ein Bürger aus Altenburg, mich anrief und fragte: „Ist es möglich, ein in Sgraffito ausgeführtes Wandbild an einem Hausgiebel der Grundschule in Nobitz zu retten?“ und er mir die Situation vor Ort schilderte, empfand ich seine Idee als hoch interessant. Logisch, denn ich war einst Kunsterzieher und Geschichtslehrer an dieser Schule. Noch hatte ich aber keine Ahnung, was da auf mich zukam. Über die Medien erfuhr ich, dass das Gebäude im Zuge eines Schulneubaus noch im Juni 2021 abgerissen werden sollte. Damit würde auch das auf der Giebelwand befindliche, vom Altenburger Künstler Heinz Olbrich geschaffene Kunstwerk, vernichtet werden. Eine Katastrophe bahnte sich an. Viele Fragen taten sich auf. Warum sollte man dieses Kunstwerk retten? Wer hatte es geschaffen? Wie wurde es ausgeführt? Ist es noch zu retten? Ist die Zeit nicht zu knapp? Wer könnte helfen? Wer sind unsere Ansprechpartner? Wieviel kostet eine solche Rettung? Und, nicht zuletzt, wer bezahlt diese Aktion? Recherchen wurden notwendig. Menschen aus meinem Bekanntenkreis wurden angesprochen. Zu meiner Überraschung fanden sich sehr schnell Partner, die mich unterstützten. Da waren die Mitarbeiter des Landratsamtes Altenburger Land, die mir alle rechtlichen Probleme erklärten, mir Kontaktdaten vermittelten und mich über die wahren Schwierigkeiten informierten. Da war ein Bürgermeister der Gemeinde Nobitz, Herr Henrik Läbe, einst Schüler dieser Schule, der mir von einer Vision der Möglichkeiten erzählte und mich voll unterstützen wollte. Da war mein Partner, Heinz-Dieter Plötner, 2. Vorsitzender im Altenburger Geschichtsverein und damals, 1980, stellvertretender Direktor der POS. Er war begeistert von meiner Vorstellung und stellte alle notwendigen Informationen zum Künstler und zur Entstehung des Wandbildes zur Verfügung. Und da waren auch schon Bürger, die spenden wollten. Durch die Beschäftigung mit dem Leben des Künstlers Heinz Olbrich lernte ich schließlich seinen Sohn, Matthias Olbrich, kennen. Dieser trat einst in die Fußstapfen seines Vaters, lernte einen künstlerischen Beruf als Keramiker und Stuckateur und betreibt heute in Altenburg eine Werkstatt. Meine Initiative gefiel ihm so gut, dass er sich sofort bereit erklärte mir zu helfen, um das Kunstwerk seines Vaters zu retten. Schon wenige Tage später legte er mir erste Entwürfe vor. All diesen Personen danke ich für ihre schnelle, fachgerechte Unterstützung. Gemeinsam berieten wir über die bestmögliche Lösung. Ergebnis: Wermutstropfen - denn das gesamte Sgraffito an der Giebelwand ist nicht zu retten. Leider! Wir können den Putz auf den eingekratzten Linien nicht von der Gebäudewand trennen. Selbst wenn wir unter größtem Aufwand und unbezahlbaren Kosten eine Lösung vom Untergrund finden würden, wüssten wir anschließend nicht, an welche Wand wir das Gerettete anbringen sollten. Unsere Lösung: Matthias Olbrich gestaltet eine maßstäblich verkleinerte Kopie des Werkes. Er ist in der Lage, die Idee, den Inhalt und das Können seines Vaters in unsere heutige Zeit zu transportieren. Damit wäre ein Kunstwerk aus DDR-Zeiten, im wahrsten Sinne des Wortes, übertragen und somit der Zeitgeist der Geschichte für künftige Generationen erlebbar gerettet. Für den Ort der Installation des nun kopierten Kunstwerkes gibt es schon Vorstellungen – Haus 1, das älteste Gebäude der „Schule in Nobitz“, dass demnächst der Gemeinde gehören soll. Jetzt fehlt nur noch die Unterstützung der Bürger unserer Heimat. Sie könnten durch Spenden das interessante Projekt zur Vollendung bringen. Meine Bitte: Spenden Sie für ein Stück Kunstgeschichte des Altenburger Landes. Weitere Informationen unter 0160 94788705. Danke für ihre Aufmerksamkeit.

Wolfgang Böhm, 1. Vorsitzender AGV,


MATTHIAS OLBRICH  Restauriert das Kunstwerk seines Vaters.

WANDBILD IN NOBITZ GERETTET !


Foto: W.Böhm

Wandbild von Heinz Olbrich an der Giebelwand eines Schulhauses durch Kopie von Matthias Olbrich gerettet und an Gemeinde NOBITZ übergeben. Die Kopie hängt derzeitig in der Gemeindeverwaltung Nobitz.     DW Foto: Andy Drabek

Der Facharbeiter, der den Abriss des "Alten Schulgebäudes" (siehe unten) im Juli 2021 durchführte, konnte ein Bruchstück des Originals des Wandbildes von Heinz Olbrich retten. Danke! Nun wird die Gemeinde Nobitz und der Schulverein der Grundschule Dank der großzügigen Spenden (siehe unten) über die weitere Verwendung befinden. Wolfgang Böhm im Juli 2021, Foto: Hendrik Läbe

Dankeschön an alle Spender

Einen besonderen herzlichen Dank sprechen der Bürgermeister Hendrik Läbe und der Vorstand vom Altenburger Geschichtsverein den 53 Einzelspendern, Firmen und Vereinen aus. Denn ohne ihre Bereitschaft, für dieses gemeinschaftliche Projekt über 4000,00 € zu spenden, wäre ein historisches Kleinod in Nobitz in die Vergessenheit geraten. Ohne die Erinnerung an unsere Biografien, an unsere Geschichte können wir nicht die Zukunft gestalten. Weitere Infos auf dieser Hompage unter Nachrichten AKTUELL

SPENDENERGEBNIS: 4130,00 €
Es haben
gespendet: 54 Einzelspender, Firmen, Vereine

und ehemalige Schüler der POS Nobitz.

SPENDENAKTION MIT ÜBERWÄLTIGENDEM ERGEBNIS BEENDET.

GESCHAFFT – Übergabe der „Wandbildkopie“ an Bürgermeister

Ende März 2021, zeitgleich mit dem Ende der Spendenzeit, war es geschafft. Nach vierwöchiger intensiver Arbeit war die Kopie des „Wandbildes“ der Nobitzer Grundschule im Maßstab 1:3 durch Matthias Olbrich vollendet.

Am 1. April übergaben Matthias Olbrich und der 1. Vorsitzende des „Altenburger Geschichtsvereins e.V.“, Wolfgang Böhm, die Kopie des Wandbildes an den Bürgermeister der Gemeinde Nobitz, Hendrik Läbe. Die Übergabe erfolgte vor dem Gemeindeamt und manch vorbeigehender Nobitzer Bürger blieb verwundert kurz stehen um zu sehen was denn da vor sich ging. Neben den drei genannten Personen waren zahlreiche Vertreter der Presse nebst Fotografen vor Ort. Auch der eigentliche Ideengeber für die Aktion, der Ehrenstadtrat Gerhard Stenzel, war anwesend.

Matthias Olbrich sagte bei der Übergabe, dass er schon ein wenig stolz auf das Geschaffene sei. Wörtlich sagte er noch, „ich glaube auch mein Vater Heinz Olbrich wäre sehr stolz auf mich gewesen. Nicht nur auf die gut gelungene Kopie, sondern vor allem, dass ich somit seine Kunst bewahre und die Erinnerung an ihn als Künstler wach halte“.

Bis zum endgültigen Standort wird das „Wandbild“ zunächst einen Platz im Gemeindeamt finden.

Dank der großen Spendenbereitschaft, teils mit recht großzügigen Spenden, sind auch noch einige Mittel für eine noch zu fertigende Dokumentation zur Entstehung der „Kunst am Bau“ von 1980 bis zur Übergabe der Kopie 2021 vorhanden.

Heinz-Dieter Plötner, 2. Vorsitzender AGV  

GEWECKTE ERINNERUNGEN ABER AUCH WEHMUT  von Heinz-Dieter Plötner

Schon, seit die Pläne eines Um- und Neubaus der Nobitzer Grundschule in der Praxis Gestalt annahmen, stand es ja eigentlich fest. Doch spätestens mit dem Beitrag in der OVZ vom 26. Januar 2021 über den Stand der Bauarbeiten an der Schule und dem konkret genannten Termin des Abrisses des ehemaligen Schulgebäudes 2, auch bekannt unter dem Begriff „Mittelbau“, kamen für mich greifbar gewordene Erinnerungen auf. Denn mit dem Abriss verschwindet ein bis in die heutigen Tage, nicht nur das Schulgelände, sondern auch den Ort Nobitz, prägendes Kunstwerk. Es war ein Beispiel dafür, dass Kunst am Bau nicht nur in größeren Städten oder in Großstädten stattfand. Am 7. Oktober 1980 wurde das in Putz gekratzte Wandbild feierlich enthüllt. An diesem Tag erfolgte auch, in Anwesenheit der Witwe von Werner Lamberz, Ingrid Lamberz, die offizielle Verleihung des Ehrennamens „Werner Lamberz“ an die damalige POS Nobitz.

Ich war damals stellvertretender Direktor für außerunterrichtliche Tätigkeit an der Schule. Wenn man so intensiv in die damaligen Ereignisse eingebunden war wie ich, kommt heute natürlich auch Wehmut auf, denn diese Kunst am Bau wird nun für immer verschwinden.

Nach meiner abgeleisteten Wehrpflicht in der NVA wurde ich an die POS Nobitz versetzt. Im Mai 1974 begann mein Lehrerdasein als Diplomfachlehrer für Polytechnik in Nobitz. Zu diesem Zeitpunkt war der „Mittelbau“, offiziell das Gebäude 2, noch im ursprünglichen Zustand, wie er als „Nobitzer Schule“ entstand. Doch es gab Pläne der Modernisierung und einiger Umbaumaßnahmen. Das Treppenhaus wurde erneuert, die Raumstruktur teilweise verändert und die Fachunterrichtsräume für Physik und Chemie den Anforderungen modernen Unterrichts entsprechend ausgestattet. Toiletten sollten eingebaut werden, die sich zu dieser Zeit noch in einem separaten Gebäude auf dem Schulgelände befanden. Moderne große Fenster, die die Klassenräume hell und freundlich machten, waren vorgesehen. In diesem Zusammenhang sollte die Schule auch einen Namen erhalten. Zunächst wurde ein solcher gesucht, der nach Möglichkeit einen regionalen Bezug hatte. Dieser wurde in einem Wehrmachtsangehörigen, W. Kluge, Dienstgrad Gefreiter, der auf dem benachbarten Flugplatz seinen Kriegsdienst leistete, gefunden. Nach Schilderungen seiner Mutter hatte er sowjetische Kriegsgefangene mit Lebensmitteln versorgt, gemeinsam mit ihnen Sabotageakte geplant und bei der Ausführung unterstützt. Er kam vor ein Kriegsgericht, wurde verurteilt und erschossen. Postum bekam er von der Sowjetunion eine Auszeichnung und wurde als Widerstandskämpfer geführt. Bei den genaueren Nachforschungen durch Schüler der AG „Junge Historiker“, geleitet vom Geschichtslehrer W. Böhm, kam allerdings zu Tage, dass es Lücken im Lebenslauf gab und einige Schilderungen der Mutter nicht den Tatsachen entsprachen. So wurde dieses Vorhaben verworfen. Mein Vorschlag war, die Schule nach dem sowjetischen Kosmonauten Alexej Leonow zu benennen. Er diente als Pilot der Sowjetarmee auf dem Flugplatz Nobitz. Während seines DDR-Besuchs 1965 gab es auch einen Abstecher nach Altenburg und auf den Flugplatz Nobitz. Damit wäre wieder der örtliche Bezug gegeben. Zwar gab es die Möglichkeit, Namen lebender Persönlichkeiten zu vergeben, doch das Genehmigungsverfahren durch die sowjetischen Behörden wäre zu zeitaufwendig und eine Kontaktaufnahme, wenn überhaupt, nur sehr schwer möglich.

Am 6. März 1978 kam es zu einem Hubschrauberunglück in Libyen, bei dem alle Insassen ums Leben kamen, darunter auch der Leiter der DDR-Delegation Werner Lamberz. Die Direktorin Frau Gudrun Jentzsch machte sofort den Vorschlag, um den Ehrennamen „Werner Lamberz“ zu kämpfen. Sie nahm zeitnah mit der Witwe Ingrid Lamberz Kontakt auf und bat um die Genehmigung dafür. Als diese vorlag, stimmte auch der Kreisschulrat und die SED-Kreisleitung zu. Die Arbeitsgemeinschaft „Junge Historiker“ begann mit der „Erforschung“ von Leben und Wirken Werner Lamberz. Parallel dazu entstand bis 1986 eine Dokumentation über Werner Lamberz, die noch heute im Sächsischen Staatsarchiv in Leipzig nachlesbar ist.

Inzwischen näherte sich die Sanierung des Gebäudes 2 ihrem Ende und es stand nur noch der neue Außenputz an. Also galt es zu überlegen wie nunmehr der Name auf die große, inzwischen fensterlose, bis auf zwei unterm Dach, freie Giebelseite gebracht werden kann. Denn nur diese kam eigentlich in Betracht, um den Namen auch von der Straße her sofort zu erkennen. Schnell wurde klar, dass nur der Namenszug verloren wirkte. So kam die Idee die Fläche künstlerisch zu gestalten. Bei der Suche nach einem Künstler kamen wir auf den Altenburger Heinz Olbrich. Dieser hatte bereits einiges an „Kunst im Bau“ in öffentlichen Einrichtungen wie Kindereinrichtungen in Altenburg-Nord geschaffen. Die Gelder dafür waren bei der Planung schon immer mit eingerechnet. Wir trafen uns in seinem Atelier in der Altenburger Sporenstraße und brachten unser Anliegen vor. Ehe er eine Zusage gab, kam er nach Nobitz, um sich die Situation vor Ort zu betrachten. Er versprach einige Entwürfe zu fertigen, um diese uns vorzulegen. Der, der späteren Fassung sehr nahekommende, gefiel uns am besten. Uns fehlte eigentlich nur noch irgendein Bezug auf den Begriff „Polytechnische“ Oberschule. Der von uns ausgewählte Entwurf wurde von Heinz Olbrich noch einmal überarbeitet und bekam die endgültige Zustimmung. Mit dem Verputzen des Gebäudes konnte auch mit der Umsetzung begonnen werden. Heinz Olbrich hatte die Bilder einzeln in der Originalgröße gefertigt, diese dann auf die gerade frisch geputzte Fläche übertragen und so entsprechend ausgekratzt. Bis das Wandbild dann endlich fertig im Putz war, verging natürlich einige an Zeit. Zum Schluss wurde es dann noch eingefärbt. Bis zur feierlichen Namensgebung am 7. Oktober 1980 blieb das Kunstwerk natürlich verhüllt.

Bis heute bin ich den Verantwortlichen in der Gemeinde Nobitz und der damaligen Schulleitung dankbar und froh darüber, dass nach 1990 nur der Text „POS Werner Lamberz“ überputzt wurde und nicht wie vielerorts das gesamte Kunstwerk aus „DDR-Zeit“ verschwand. Nun ist verständlicherweise das endgültige Aus besiegelt. Allerdings gibt es Überlegungen, wie eine Erinnerung daran erhalten werden kann. Bürger aus dem Altenburger Land, der AGV und der Bürgermeister der Gemeinde Nobitz, Hendrik Läbe (übrigens ein ehemaliger Schüler von mir) initiierten Rettungsmaßnahmen. So konnte auch der Künstler Matthias Olbrich, der Sohn von Heinz Olbrich, hierfür gewonnen werden. Er zeigte sich sehr interessiert, das Erbe seines Vaters zu bewahren. Schon arbeitet er an einer Kopie im verkleinerten Maßstab. Zur Verwirklichung des Projektes sind allerdings Spenden erforderlich. Erfreulich wäre, wenn sich jetzt mehrere Sponsoren finden würden. Vielleicht gibt es auch einige ehemaligen Schüler und Kollegen, die bereit wären, etwas zu spenden. Ich unterstütze, ganz persönlich, einen entsprechenden Spendenaufruf. Einen Ort zur Präsentation des neu geschaffenen Abbildes lässt sich mit Hilfe des Bürgermeisters und seiner Gemeinde, sicher auch finden. Da bin ich optimistisch und die Wehmut wird dann auch sehr schnell vergehen.

Heinz-Dieter Plötner, 2. Vorsitzender AGV 

Fotodokumentation GS Nobitz, Wandbild Haus 2, von Mario Walter

Rettungsaktion für Nobitzer Schul-Wandbild

Da das Spendenaufkommen sehr intensiev war, wird der Vorschlag unterbreitet, dass die Initiatoren der Spendenaktion (AGV), der Gemeinderat und die Bürger von Nobitz eine würdige Erinnerungsstätte gestalten, die sich zur historischen Sehenwürdigkeit des Ortes Nobitz entwickelt. Spender und die Bevölkerung von Nobitz sind aufgerufen, sich an der Ideenfindung zu beteiligen. Senden Sie ihre Ideen an den AGV bzw. an den Landkurier Nobitz (Tel.: 03447 310855, Mail: landkurier@nobitz.de) der diese dann veröffentlichen wird.                                                                            Die Kopie befindet sich zur Zeit im Konferenzsaal der Gemeindeverwaltung in Nobitz, Bachstraße 1 und kann zu den Öffnungszeiten besichtigt werden.

Sie wollen das Wandbild im Hintergrund retten: Hendrik Läbe, Wolfgang Böhm, Matthias Olbrich und Heinz-Dieter Plötner (v. l.).Foto: Mario Jahn

Altenburger Geschichtsverein und Gemeinde Nobitz wollen DDR-Kunstwerk als Replikat bewahren

Von Dana Weber, OVZ

Nobitz. Das Wandbild am Haus 2 der Nobitzer Grundschule soll gerettet werden. Der Altenburger Geschichtsverein möchte die Darstellungen aus dem Schulalltag der DDR für die Nachwelt erhalten. Ausschlaggebend war ein Zeitungsbericht der OVZ zum geplanten Abriss des Gebäudes nach Ende des Schulneubaues. „Das Relief ist Kunst der DDR und sollte Würdigung erfahren“, meint der 1. Vereinsvorsitzende Wolfgang Böhm. Er ist Initiator der Rettungsaktion, die mit Spendengeldern ein Replikat des sechs Meter großen Bildes im Maßstab von 1:3 ermöglichen möchte.

Mit dem Altenburger Keramiker und Stuckateur Matthias Olbrich wurde bereits der Richtige für die Realisierung dieser Aufgabe gefunden. Er ist der Sohn des Malers und Grafikers Heinz Olbrich, der das Wandbild 1980 anlässlich der Namensverleihung „Werner Lamberz“ für die Nobitzer Schule anfertigte. „Ich war damals als 20-Jähriger an der Ausführung beteiligt und habe meinem Vater dabei geholfen, die Figuren mit dem Pinselstiel in farbigen Putz zu schneiden“, erinnert sich der heute 60-Jährige. Nur an die Gesichter habe ihn der Vater nicht herangelassen. „Mein alter Herr war da immer obergründlich.“

Das Replikat von Matthias Olbrich wird aus drei Tafeln bestehen und im Ganzen zwei Mal zwei Meter messen. Auf grundierten Sperrholzplatten will er das Relief in Eitempera-Technik wieder zum Leben erwecken. „Ich mache das im Andenken an meinen alten Herrn. Es muss wieder Vaters Handschrift haben.“ Vor allem den schnittigen Charakter des Originales will Olbrich erhalten. Kolorieren werde er nicht. Es soll ja typisch nach DDR aussehen.

Im Flur von Haus 1 könnte das Wandbild künftig seinen Platz finden. Laut Bürgermeister Hendrik Läbe (SPD) möchte die Gemeinde das Gebäude nach Abschluss des Schulneubaues erwerben. Hier sollen Gemeindebibliothek und eine Begegnungsstätte ihre Räumlichkeiten erhalten. „Unser Ziel ist es, dass wir das neu entstehende Kunstwerk als Relikt der DDR-Zeit ortsnah präsentieren.“ Hendrik Läbe ist ein erklärter Fan des Reliefs: „Das Bild finde ich genial. Da ist unser praktischer Unterricht dargestellt. Das ist heimatgeschichtlich wertvoll.“

Die Presse berichtete ausführlich über das Schicksal eines Kunstwerkes, das 1980 vom Künstler Heinz Olbrich geschaffen wurde und im Juni 2021 durch den Abriss des Hauses mit der Giebelwand zerstört wird. Durch eine großartige Spendenaktion konnte jedoch eine Kopie im Maßstab 1:3 von Matthias Olbrich angefertigt werden, die am 1. April 2021 an den Bürgermeister der Gemeinde, Hendik Läbe, übergeben wurde. So konnte ein einzigatiges Kunstwerk, im wahrsten Sinne des Wortes, in unsere Zeit übertragen werden und gibt Zeugnis vom Leben der Generationen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Osterländer Volkszeitung 26.01.2021
Dokument Nobitz Schule Wandbild.pdf (285.54KB)
Osterländer Volkszeitung 26.01.2021
Dokument Nobitz Schule Wandbild.pdf (285.54KB)
LANDKURIER NOBITZ
2021_05(1).pdf (3.24MB)
LANDKURIER NOBITZ
2021_05(1).pdf (3.24MB)
LANDKURIER NOBITZ
2021_06(1).pdf (3.53MB)
LANDKURIER NOBITZ
2021_06(1).pdf (3.53MB)

Spender und die Bevölkerung von Nobitz sind aufgerufen, sich an der Ideenfindung zu beteiligen. Senden Sie ihre Ideen an den AGV , Tel. 0160 94788705,      bzw. an den                 Landkurier Nobitz                       Tel.: 03447310855,               Mail: landkurier@nobitz.de    der diese dann veröffentlichen wird. 


MATTHIAS OLBRICH

geboren 05.08.1960 in Schmölln

1977 - 1979  Lehre zum Keramiker bei Peter Tauscher

                     Keramikwerkstatt in Waldenburg

1979 - 1981  Mitarbeit in der Werkstatt des Vaters

 1980            Mitarbeit am Wandbild in Nobitz

1981 - 1982  Arbeitals Töpfer bei der SDAG Wismut

1982 - 1988  Aufbau und Arbeit in der Töpferwerkstatt

                     im Atelier des Vaters

seit 1988      Selbständiger Töpfer in eigener Werkstatt

1998             Umzug in neue Werkstatt in der

                     Langengasse 10 in Altenburg

seit 1998      Tätigkeit als Stukkateur

2000             Facharbeiterbrief als Stukkateur

                     Telefon: +49 (0)157 84900646

Foto: Wolfgang Böhm
Moderne Kommunikation zwischen Matthias Olbrich (großes Bild) und Wolfgang Böhm über ein iPhone förderten in Zeiten der Coronapandemie 2021 den Fortschritt der originalgetreuen Kopie des Wandbildes im verkleinerten Maßstab.Die Schwierigkeit in der Umsetzung lag in den unterschiedlichen Techniken, die Heinz Olbrich in seinem großen Wandbild in Kratzputztechnik anwandte und Matthias Olbrich, im gemalten kleinen Format übersetzte.Nur durch großes Einfühlungsvermögen in die Arbeit seines Vaters, konnte das Kunstverständnis dieser Generation in usere Zeit des 21. Jahrhunderts gerettet werden..

GESPENDET HABEN:

Boerngen


Klaus

Grille

Bernd

Dütsch

Gerd

Urban

Gerhard

Oblentz

Gisela

Juhnke

Birgit

Ackermann

Ute

Nündel

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Wagner

Peter und Maja

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Reuter

Dr. Andreas und Dipl. Med. Eva

Graichen

Uwe und Brigitte

Lussert

Ute

Gentsch

Rolf und Rosemarie

Stenzel

Gerhard

Gleiniger

Karl und Adelheid

Heinke

Roland

Schnabel

Babette und Dieter

Wagner

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Dr. Steffen und Dr. Ellen

Strauch

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Walther

Rosemarie und Hartmut

Richter

Bernhard und Ursula

AWG Wohnungsgenossenschaft eG


Wenzlau

Bernd

Drischmann

Sonja und Dr. Bernd

Etzold

Dieter und Steffi

Stötzner

Nancy

Drischmann

Dr. Bernd und Sonja

Schulze

Wally

Göders

Lieselotte

Küchen Rösler e.K.

Mirko

Höhn

Karsten

Pach

Günter und Karla

List

Kurt

Richter

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Walter Misselwitz

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